29.3.06

Agrarausschuß berät Nutztierhaltung

Heute beriet der Agrarausschuß des Bundesrates [1] über die Vorschriften zur Haltung von Schweinen [2] und Hühnern.

Obwohl die Ausschußsitzungen nicht öffentlich stattfinden, sind offensichtlich einige Informationen an den Deutschen Bauernverband gelangt - in einer Pressemitteilung äußert sich der Vorsitzende Gerd Sonnleitner zufrieden und mahnt kritische Tierschützer [3].

Die Zustimmung des Bundesrates zu den Vorschlägen des Ausschusses muß noch erfolgen - die nächste Sitzung findet am 7.4.06 statt. Bereits im Vorfeld organisieren Tier-, Naturschutz- und Anbauverbände Protest gegen den befürchteten Rückschritt in der konventionellen Tierhaltung [4], [5].

Eine vorbereitete Protestnachricht finden Sie auf den Seiten des Vereins "Menschen für Tierrechte" [6]



[1] Bundesrat - Agrarausschuß
[2] Zweite Verordnung zur Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung - Drucksache 119/06
[3] DBV anerkennt Entscheidungen im Bundesrat - Sonnleitner: Tierschützer sollten bei der Wahrheit bleiben - Pressemitteilung vom 29.03.06
[4] Käfig bleibt Käfig! Verbände im Schulterschluss gegen Hühnerverrat im Bundesrat - Pressemitteilung vom 29.03.06
[5] Droht Rückfall ins Mittelalter der Tierhaltung? - Bundesratsausschuss votiert offenbar für die Käfighaltung von Legehennen, Pressemitteilung des Deutschen Tierschutzbundes vom 29.03.06
[6] Hennenhaltung / Schweinehaltung:
Bitte Online-Protest mitmachen!



Weiterführende Links:

Dokumentation Käfighaltung - Albert-Schweitzer-Stiftung
Kein zurück zur Käfighaltung - Spezial Käfighaltung (Grüne)
Schweinehaltungsverordnung muss aktualisiert werden - Tierschutzakademie.de zum Rechtsbereich Landwirtschaft


Foto: Fleischberge - Lizenz: gemeinfrei (public domain)

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26.3.06

Tierschützers Gretchenfrage

Kaum ein Problem wird unter Tierschützern heftiger diskutiert als die Frage "Wie hältst Du es mit dem Fleischkonsum?". Unpassende Bemerkungen können zu Kontaktabbruch oder noch Schlimmerem führen - es scheint sich also um etwas Ernstes zu handeln.

Die Vorzüge einer fleischlosen Ernährung sind bekannt: sie gilt als gesund und darüberhinaus als ethisch und sozial wünschenswert, schont sie doch Tierleben und die knappen Ressourcen unserer Erde. Die gelebte Wirklichkeit sieht anders aus: in den Einkaufswagen liegen unübersehbar Fleisch, Wurst und Aufschnitt, das Angebot an vegetarischen Gerichten bleibt schmal.

Ist es mit dem Fleischverzicht wie mit anderen guten Vorsätzen? Man nimmt es sich vor und dann klappt es doch nicht? Oder gibt es gar keine Frage? Sie essen (kein) Fleisch. Basta.

"Essen Sie Fleisch?" ist das Thema der aktuellen Umfrage (rechts oben auf der Hauptseite). Ihre Antwort bleibt anonym und kann in keinem Fall Ihrer Person zugeordnet werden. Eine "richtige" Antwort gibt es nicht: es ist, wie es ist.


Foto: Entenbraten - Lizenz: GFDL

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25.3.06

Kanadische Robbenjagd eröffnet

Kanada: Robbenjagd beginnt – Deutsche wollen Handelsverbot - IFAW-Pressemitteilung vom 24.3.06

Protestaufruf* - vorbereiteter Protestbrief der HSUS an Premierminister Harper

Dynamische Links: Robbenjagd
"Robbenjagd" in Google News

* Link in englischer Sprache


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(K)ein Herz für Lucie - Filmtip

Ein Film über Hausschweine. Von solchen, die in Freiheit ein Leben nach Schweineart führen. Auch von den Schweinen, deren Leben dem einzigen Zweck zu dienen scheint, möglichst profitabel Schweinefleisch bzw. Ferkel zu produzieren. Und von den wenigen, die diesem Schicksal entgehen konnten und nun als tierische Freunde in einer menschlichen Familie leben.

Wer etwas über das Hausschwein erfahren will, dem sei der Film wärmstens empfohlen. In Kauf nehmen muß man, daß man zusätzlich etwas über das Verhältnis von Menschen zu Schweinen erfährt.

"(K)ein Herz für Lucie"
Download - 46 MB, wmf- oder Quicktime-Format, 25 min


Weiterführende Links:

Schweinemast Krämer - Behörden und Tierschützer im Konflikt (mit Links zu Bildmaterial)

Stellung des Tierschutzes im Grundgesetz - Staatsziel Tierschutz - Interpretation auf der Seite des Bundeslandwirtschaftsministeriums (besonders: letzter Absatz)

Homepage Tierrechtsfilme.at - bereitgestellt vom "Verein gegen Tierfabriken(VGT)", Wien


Foto: Ferkel - Lizenz: gemeinfrei (public domain)
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23.3.06

Genmais - Links

Genmanipulierter Mais wird fast ausschließlich in den neuen Ländern wachsen. Achtundneunzig Prozent der für das Jahr 2006 gemeldeten Anbauflächen liegen in Ostdeutschland. Fast 1000 Hektar davon in Brandenburg - etwa 0,7 Promille der landwirtschaftlichen Nutzfläche des Landes.

Doch das Ausmaß der möglichen Probleme spiegelt sich nicht in der Größe der Anbaufläche, meinen Gentechnik-Kritiker. Sie weisen auf die Risiken gentechnisch veränderter Organismen hin: sie könnten die Umgebung "kontaminieren", d. h. künstlich verändertes Erbgut in die Pflanzen der Umgebung eintragen oder Bodenorganismen und Lebewesen schädigen.


Links:

Interaktive Karte mit Standorten zu Genmais:
Karte ansehen - Quelle: Greenpeace

Offizielles Standortregister Genmaisflächen 2006:
Standortregister - Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (mit weiterführenden Links)

Informationen zur Gentechnik für Landwirte:
Informationen zur Gentechnik für Landwirte - mit weiterführenden Links (Greenpeace)


Foto: DNA-Polymerase - Lizenz: gemeinfrei (public domain)

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Vogelgrippe-Infektionsmechanismus

Zur Erinnerung: die "Vogelgrippe" ist eine durch den H5N1-Virus verursachte Krankheit, der vor allem Wasservögel und Hausgeflügel zum Opfer fallen. Bei intensivem Kontakt mit kranken Vögeln können sich auch Menschen und einige Säugetierarten anstecken.

Welweit infizierten sich nur wenige Menschen; etwa zweihundert seit Ende der neunziger Jahre. Wenn allerdings ein Mensch erkrankte, verlief die Krankheit heftig, in etwa der Hälfte der Fälle sogar tödlich. Menschen untereinander können sich bisher nicht anstecken. Die Pandemie blieb aus.

Warum das so ist, versuchte ein Forscherteam der Universität von Wisconsin herauszufinden. Seine Erklärung lautet: der Weg des Virus von Mensch zu Mensch ist zu weit. Während sich die gewöhnlichen Erkältungsviren im Rachenraum ansiedeln und durch kräftiges Niesen und Husten verbreitet werden, befallen die H5N1-Viren Zellen tief im Lungengewebe. Von dort kann sie der menschliche Körper nicht so leicht ausstoßen wie die Viren, die die oberen Atemwegen besiedeln.


Links:
Pandemie kommt nicht so rasch - Neue Zürcher Zeitung, 23.3.06
Ein Rätsel um Vogelgrippe gelöst - Ärztezeitung vom 23.3.06
Vogelgrippe - Wikipedia-Artikel, Stand 23.3.06


Foto: Influenza-Virus - Lizenz: gemeinfrei (public domain)

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22.3.06

EU genehmigt Alternativverfahren

In der Europäischen Union sind sechs Alternativverfahren zu Tierversuchen zugelassen worden. Sie sollen bessere Ergebnisse als Tierversuche erbringen und deshalb das Risiko in klinischen Versuchen mit Menschen reduzieren [1].

Alternativverfahren reduzieren Tierleid, beenden können sie es nicht. Die Zellen müssen gewonnen werden. Dafür sterben Tiere, wenn auch weniger als für klassische Tierversuche. Die Zellkulturen müssen wachsen. Die Nährstoffe dafür liefert oft sogenanntes "Kälberserum" (FBS oder FCS) [2*], [3*].

Eine anschauliche Beschreibung des Problems finden Sie in "Zellkulturverfahren - wirklich ohne Leid für das Tier? des Agrarwissenschaftlers Dr. Carlo Jochems [4]. An der Herstellung serenfreier Zellkulturlösungen wird gearbeitet.


[1] EU: Alternativen zum Tierversuch bewilligt - ORF on science vom 22.3.06
[2]Fetal bovine serum - englischsprachiger Wikipedia-Artikel über "Kälberserum"
[3] Blood plasma - englischsprachiger Wikipedia-Artikel über "Blutplasma" und die Verwendung von Kälberserum
[4] Zellkulturverfahren - wirklich ohne Leid für das Tier? - ins Deutsche übersetzte Zusammenfassung des Berichts "Report on the Use, Trade and Harvest of Livestock Sera"
von Carlo Jochems


Weiterführende Links:

Report on the Use, Trade and Harvest of Livestock Sera - Bericht im Original
Homepage von Netherlands centre of alternatives to animal use - Informationsplattform zu Alternativverfahren zu Tierversuchen (englisch/niederländisch)
Zentrum für Ersatz- und Ergänzungsmethoden zu Tierversuchen - mit einer Liste serumfreier Zellkulturmedien
Weniger Dreck in Zellkulturen - ein Forschungsprojekt an der ETH Zürich zum Ersatz von Kälberserum


Foto: Kuh mit Kalb in Schottland - Lizenz: GFDL
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Dinge gibt's...

In einem koreanischen Zoo teilen sich ein Hund und eine Löwin seit Jahren einen gemeinsamen Käfig. Die Löwin wurde von Hand aufgezogen. Sehen Sie selbst:

Video abspielen


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Neun von zehn Tieren im Schlachthof sind Schweine...



Geschlachtete Tiere 2005
(Zahlen: Statistisches Bundesamt)

Um die Grafik zu vergrößern, bitte hineinklicken.



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21.3.06

Strengere Kennzeichnung genveränderter Organismen ab 2012

Ab 2012 sollen gentechnisch veränderte Organismen (GVO) auch als solche gekennzeichnet sein [1]. Das ist ein Ergebnis der Konferenz für biologischen Sicherheit in Curitiba, Brasilien. Zugestimmt haben dem Vertragswerk, dem "Cartagena-Protokoll", u. a. die EU-Staaten, China und Brasilien, nicht aber die großen Exporteure genmanipulierter Organismen (USA, Kanada, Argentinien).

Das Cartagena-Protokoll regelt als einziger Vertrag den grenzüberschreitenden Handel mit genmanipulierten Organismen. Zusätzlich zur strengeren Kennzeichnungspflicht wurden Regelungen zur Dokumentation und Risikobewertung von GVOs beschlossen.

[1] Künftig strengere GVO-Kennzeichnung im Cartagena-Protokoll


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IFAW protestiert in Berlin gegen Robbenjagd



Mit einer Fotoausstellung und einem Infostand in der Nähe der kanadischen Botschaft in Berlin protestiert der Internationale Tierschutz-Fonds (IFAW) [1] seit heute gegen die Robbenjagd in Kanada. Der IFAW fordert ein sofortiges Ende der kommerziellen kanadischen Robbenjagd. Die grüne Abgeordnete Cornelia Behm forderte auf der Eröffnungsveranstaltung ein nationales Handelsverbot für alle Robbenprodukte.

[1] IFAW-Homepage - mit E-Mail-Aktion "Nationales Handeslverbot"


Foto: Eisskulptur kanadischer Robbenjäger - Quelle: obs/IFAW - Internationaler Tierschutz-Fonds

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18.3.06

Vogelgrippe im Nahen Osten - Israel vergiftet Geflügelbestände

In Ägypten starb eine Frau an Vogelgrippe. Sie hatte mit Hühnern in ihrem Haus zusammengelebt. In Israel beschränkt sich der Ausbruch der Seuche auf Geflügel - bei Menschen konnte das Virus nicht nachgewiesen werden [1].

Am Donnerstag hatte es dort erste Verdachtsfälle gegeben. Vorläufige Tests deuten auf eine H5N1-Infektion hin. Israelische Behörden haben die Tötung aller Tiere in einer Sperrzone von 3 km um die betroffenen Betriebe angeordnet, um die Ausbreitung der Seuche zu vermeiden. Mindestens 200.000 Geflügeltiere werden durch Zumischung von Gift ins Trinkwasser getötet werden [2].

Die Zeitung Ha'aretz berichtet von Problemen bei den Massentötungen. Die israelische Geflügelwirtschaft ist in Sorge wegen eines möglichen Boykotts von Geflügelfleisch, der mehr Schaden anrichte als die Vernichtung der Geflügelbestände. Die EU hatte bereits gestern ein Importverbot für Geflügel aus Israel erlassen .


[1] Ägypterin stirbt an Vogelgrippe - Basler Zeitung vom 18.03.06
[2] Authorities start culling infected birds in south - Artikel aus der englischen Ausgabe von Haaretz vom 18.03.06
[3] Kuhreiher - Artikel aus Wikipedia


Foto: Kuhreiher - Lizenz: gemeinfrei (public domain)
Kuhreiher [3] sind angeblich während der Keulung zwischen verendeten Truthühnern gesehen worden und gelten als Überträger von H5N1-Viren.

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17.3.06

Italien verhängt Einfuhrverbot für Robbenprodukte auf Zeit

Italien hat für die nächsten Monate ein Einfuhrverbot für Robbenprodukte erlassen [1], meldet der Internationale Tierschutz-Fonds [2]. Ein generelles Importverbot, ähnlich wie es bereits für Hunde- und Katzenfelle gilt, ist beabsichtigt. Italien ist ein wichtiger europäischer Markt für Robbenprodukte [3*].


Übersicht über Einfuhrverbote:

  • 1972 - USA verhängt Importstop (marine mammal protection act)

  • 1983 - EU verhängt Importstop für bestimmte Produkte ("whitecoats" und "bluebacks")

  • 2004 - Belgien bereitet Importstop vor

  • 2005 - Niederlande bereiten Importstop vor

  • 2006 - Mexiko verhängt Importverbot

  • 2006 - Grönland weist seine staatliche Handelsgesellschaft an, auf Handel mit Produkten aus kanadischen Robben zu verzichten



[1] Italien untersagt Einfuhr von Robben-Produkten - Mitteilung der IFAW vom 13.2.06
[2] Internationaler Tierschutz-Fonds (IFAW)
[3] Italy temporarily bans imports of Canadian seal products - Internationale Pressemitteilung der IFAW vom 13.02.06


Weiterführende Links:

Sattelrobbe - Wikipedia-Artikel
Kanadas Fischereiministerium gefährdet Robbenbestände - IFAW-Pressemitteilung vom 19.02.2006

* Links in englischer Sprache


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EU-Agrarrat tagt am Montag

Am Montag werden die EU-Agrarminister zu Beratungen zusammenkommen. Auf der Tagesordnung werden Maßnahmen zur Bekämpfung der Vogelgrippe und für die Geflügelunternehmen im Mittelpunkt stehen.

Der Kommissionsvorschlag zur Verminderung der Bestandsdichte bei der Hühnermast, der bereits vom Europäischen Parlament akzeptiert worden ist, wird nicht besprochen werden, um die Geflügelunternehmer nicht zusätzlich zu belasten [2].

Das Parlament hat u. a. die Aufnahme des folgenden Passus gewünscht: "Laut Vertrag über die Gründung der Europäischen Gemeinschaft dürfen jedoch die wirtschaftlichen und sozialen Erwägungen nicht über die Tierschutz- und Tiergesundheitsaspekte gestellt werden".

[1] EU-Agrarrat: Vogelgrippe-Bekämpfung abermals im Mittelpunkt - Agrarisches Informationszentrum, 17.03.06
[2] Bericht über den Vorschlag für eine Richtlinie des Rates mit Mindestvorschriften zum Schutz von Masthühnern - (KOM(2005)0221 – C6-0190/2005 – 2005/0099(CNS))


Foto: Bantam-Hahn in Hawai - Lizenz: GFDL

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16.3.06

Kommunikationsprobleme unter Vogelgrippe-Forschern

Forscher halten H5N1-Sequenzdaten zurück, berichtete das österreichische Fernsehen. Nicht alle Forschungseinrichtungen, in denen der Aufbau des H5N1-Virus untersucht wird, stellen ihre Ergebnisse zeitnah anderen Forschern zur Verfügung [1].

Nach einem Artikel des Wissenschaftsmagazins "Science" bestehen Zielkonflikte, für die ein Ausgleich gefunden werden muß. Eine optimale öffentliche Gesundheitsfürsorge verlangt nach möglichst vielen Daten, die rasch zur Verfügung stehen sollen. Dem entgegen stehen Ansprüche der Forscher nach Publikation ihrer Ergebnisse und Wünsche einzelner Länder nach Geheimhaltung [2].

Ilaria Capua, eine italienische Virologin, schlägt eine gemeinsame Datenbank für Arbeitsergebnisse der Influenzaforscher vor, um Entwicklung und Ausbreitungswege des Virus besser erforschen zu können. Üblich ist bisher ein geschützer Datenaustausch einiger Forschungslaboratorien. Dieses Verfahren wird von der Welternährungsorganisation WHO befürwortet, um Daten aus Ländern zu erhalten, die sich an einer anderen Art des Austausches nicht beteiligen würden.


[1] Forscher halten H5N1-Sequenzdaten zurück - orf on science, 16.03.06
[2] As H5N1 Keeps Spreading, a Call to Release More Data - Science 3 March 2006: Vol. 311. no. 5765, p. 1224


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Perfektionierte Keulung

Ein Team amerikanischer Wissenschaftler hat nach effizienten Keulungsmethoden für Geflügel geforscht.

Zwanzig Arbeitskräfte werden benötigt, um die Tiere unter Polyäthylenfolie mit Kohlendioxid zu begasen, wie es bis jetzt in den USA üblich ist. Für etwa gleich tiergerecht ("humane"), aber weniger arbeitsintensiv, halten die Ingenieure die Tötung durch einen "Schutzteppich" von Feuerlöschschaum, der mit Kohlendioxid versetzt ist [1*], [2*]. Dazu werden nur ein bis zwei Menschen gebraucht.

Vergleiche der Methoden zeigten, daß in beiden Fällen jeweils zwischen zwei und drei Minuten vergingen, bis die Tiere tot waren. Der Einsatz von Kohlendioxid löst Panik aus, da die Tiere das Gas als gefährlich wahrnehmen können. Deshalb lehnen Tierschützer den Einsatz von Kohlendioxid zum Keulen ab. Eine Alternative bietet der Einsatz von Gasen wie Argon, da die für die Auslösung von Angst- und Streßreaktionen notwendigen Rezeptoren fehlen [3*].

Zur Erinnerung: bei den vorsorglichen Tötungen der Tiere auf Rügen wurde ebenfalls Kohlendioxid eingesetzt [4].


[1] Zusammenfassung der Studienergebnisse - Poultryscience.org, August 2005
[2] Evaluating the Use of Fire Fighting Foam in Mass Poultry Euthanasia - Zusammenfassung eines Artikels zur gleichen Studie, American Society of Agricultural and Biological Engineers
[3] Poultry Stunning and Slaughter Seminar - Mitschrift von Karen Davis, Vorsitzende von United Poultry Concern (UPC)
[4] Bericht in "Tier und Mensch" vom 21.02.06

*Links in englischer Sprache


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In Kanada werden 350.000 Robben getötet

In den nächsten Tagen beginnt die Jagd auf die kanadischen Robben [1]. Der kanadische Fischereiminister Loyola Hearn gab bekannt, daß 335.000 Sattelrobben getötet werden dürfen. Dazu kommen noch Quoten für andere Robbenarten. Begehrt sind vor allem die Pelze der Jungtiere. Der Preis für Robbenpelz hat sich in den letzten Jahren vervielfacht und die Jagd wieder attraktiv werden lassen.

Tierschützer kritisieren die Jagd als sehr grausam und unnötig [2]. Sie verweisen auf Untersuchungen, nach denen ein beträchtlicher Teil der Tiere nicht tot war, als sie gehäutet wurden und die Regierung die Robbenjäger nicht ausreichend überwache. Die kanadische Regierung weist das als falsch zurück und verteidigt die Robbenjagd als Tradition und wichtigen Bestandteil der Wirtschaft in der strukturschwachen Provinz Neufundland. Das Fischereiministerium unterstützt ausdrücklich die größtmögliche wirtschaftliche Ausbeutung des Robbenbestandes [3*].

Im letzten Jahr riefen mehrere Organisationen zum Boykott auf. Die Vermeidung kanadischer Meeresprodukte und Urlaubsziele sollte die Jagd ökonomisch uninteressant machen. Ein Schiff der Sea Shepherd Conservation Society, die eisbrechende "Farley Mowat", konnte direkt vor Ort die Jagd beobachten [4*].


[1] Kanada lässt Hunderttausende von Robben abschlachten - Mitteilung, Links und Vorlage für ein Protestschreiben, Deutscher Tierschutzbund e. V., 14.3.06
[2] Kampagnenseite von Project Blue Sea - mit weiterführenden Links
[3] Seals and sealing in Canada - Seite des kanadischen Ministeriums für Fischerei und Aquakulturen
[4] Kampagnenseite der Sea Shepherd Conservation Society - mit Berichten und Bildern des "Farley Mowat"-Einsatzes 2005


Weitere interessante Links:

Online-Petition an den kanadischen Premierminister* - Zeichnungsfrist bis zum 29.3.06
Robbenjagd-Fakten* - HSUS (große amerikanische Tierschutzorganisation)
Kampagnen-Seite der HSUS* - Bilderstrecken, Videos

* Links in englischer Sprache


Foto: Robben in einem niederländischen Zoo - Lizenz: GFDL

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15.3.06

Grüne fordern Importverbot für Hunde- und Katzenfelle


Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen fordert in einem Antrag die Bundesregierung auf,

1. die Einfuhr von Katzen- und Hundefellen bzw. -häuten nach Deutschland,
2. die Nutzung von Katzen und Hunden zur Fell- und Hautgewinnung

zu verbieten.

Darüber hinaus soll sich die Regierung auf supranationaler Ebene für eine Kennzeichnungspflicht der in Kleidungsstücken verarbeiteten Felle einsetzen [1], [2].

[1] Grüne für Importverbot von Katzen- und Hundefellen - hib-Meldung vom 14.03.06
[2] Antrag 16/841 - PDF-Dokument

Vergl. hierzu auch:


Foto: Pelzhändler in Alberta/Ca. um 1890 - Lizenz: gemeinfrei (public domain)

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Filmtip "Ware Tier" 15./16.3.06

Was:
"Ware Tier",
Dokumentation von Chr. Rohde (2. und 3. Teil)

Wann:
15.03.06, 22.15 Uhr - "Auf der Suche nach munteren Kühen und Schweinen"
16.03.06, 22.15 Uhr - "Auf der Suche nach dem frischen Fisch"

Wo:
Phoenix

Links:
Auf der Suche nach munteren Kühen und Schweinen - Webseite der Sendung vom 15.3.06
Auf der Suche nach dem frischen Fisch - Webseite der Sendung vom 16.3.06

Interview mit dem Autor der Sendung, Christian Rohde:
"Die Realität hat mit dem glücklichen Huhn nichts zu tun"

Fotostrecke zu Teil 2 und 3 der Sendung

NDR-Seiten zur Dokumentationssendung



Mitschnitte können bestellt werden bei:
NDR Mitschnittservice
Hugh-Greene-Weg 1
22529 Hamburg
Hotline: 01805 / 11 77 71 (12 cent/Min.)
Fax:040 / 41 56 64 61
E-Mail: mitschnittservice@ndr.de




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Neuentdeckte Drüse weckt Zweifel an Forschungsergebnissen

Forscher am Universitätsklinikum Ulm haben eine zweite Thymusdrüse [1] bei Mäusen entdeckt [2], [3].

Die Thymusdrüse ist im heranwachsenden Organismus für den Aufbau des Immunsystems [4] zuständig. Fehlt sie oder wird sie - etwa im Tierversuch - entnommen, so kann sich die körpereigene Abwehr nicht ausreichend entwickeln.

Durch die Entdeckung einer zweiten funktionsfähigen Thymusdrüse bei Labormäusen ist die Aussagefähigkeit von Forschungsarbeiten, die auf der Entnahme der bereits bekannten Thymusdrüse der Labormaus beruhen, unter Umständen zweifelhaft geworden.



[1] Thymus - Artikel in der Wikipedia
[2] Die Maus überrascht - Artikel in "Der Standard" vom 4./5.03.06
[3] Mäuse-Anatomie: Zweiter Thymus entdeckt - ORF on science, 3.03.06
[4] Immunsystem - Artikel in der Wikipedia


Foto: Hausmaus - Lizenz: gemeinfrei (public domain) - Quelle: Wikimedia Commons

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14.3.06

Keulung der Geflügelbestände in Frankreich

Im südfranzösischen Department Ain ist mit der Massentötung von Geflügel begonnen worden. Dort war Ende Februar in einem Putenmastbetrieb der erste Vogelgrippefall bei Nutzgeflügel festgestellt worden. Bis zu 950 000 gesunde, aber unverkäufliche Tiere aus 140 Betrieben könnten betroffen sein [1].

[1] Massentötung von Geflügel in Frankreich wegen H5N1 - Züchter empört - Meldung von "BRF online" am 14.03.06


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Pro-Test kämpft für Tierversuchslabor

In Oxford wird ein neues Tierversuchslabor der Universität gebaut. Hinter hohen Zäunen arbeiten Bauarbeiter, die Masken tragen und Autos ohne Kennzeichen fahren. Zum Schutz vor Tierrechtsaktivisten, wie es heißt. Doch seit einigen Wochen ereignet sich Erstaunliches: ein Sechzehnjähriger stellte sich zunächst einer Demonstration von Tierversuchsgegnern entgegen, gründete nach Zuspruch im Internet seine Organisation "Pro-Test" [1*] und scharte vier Wochen später unter großem Medieninteresse einige hundert Demonstranten um sich [2*].

Robert Cogswell, ein Sprecher der Tierrechtsorganisation "SPEAK" [3*] glaubt, daß sich in der Gruppe eher Gegner der Tierrechtsbewegung als Befürworter von Tierversuchen sammeln [4*]. Aktivisten der Gruppierung "ALF" (animal liberation front) hatten vor einem Monat alle Personen, die mit der Universität Oxford in Verbindung stehen, zu "Zielen" erklärt [5*] und Diskussionen unter den Angehörigen der Universität ausgelöst [6*]. In der Vergangenheit hatten ALF-Angehörige durch ihr radikales Vorgehen gegen das Tierversuchslabor "Huntingdon Life Sciences" für Aufmerksamkeit gesorgt.

Zu den Unterstützern der neuen Gruppe gehören auch Dozenten und Professoren der Universität. Frei zugängliche deutschsprachige Berichte im Internet gibt es leider kaum [7]. Einen Kommentar des Zukunftsforschers Matthias Horx möchte ich Ihnen aber nicht vorenthalten [8].


[1] Pro-Test - Webseite der Organisation
[2] Oxford march supports animal testing - englischsprachiger Artikel in Wikinews
[3] SPEAK - Webseite von SPEAK
[4] Experiments in protest - Artikel des "Guardian" vom 3.03.06
[5] Pressekommunique der ALF vom 2.2.06
[6] Students will be the next target - Artikel des "The Oxford Student" vom 2.2.06
[7] Befürworter von Tierversuchen demonstrierten in Oxford - erschienen in Wuff.at am 26.02.06
[8] Der neue Pro-Test - erschienen am 4.3.06 in DiePresse.com

* Links in englischer Sprache

Links:

Eine Auswahl deutschsprachiger Webseiten zum Thema Tierversuche finden Sie auf Tierlieb.net.
Bildstrecke aus einem Versuchslabor: Covance - Undercover-Material von PeTA

(In Oxford werden in weniger als 1 % der Versuche Affen als Versuchstiere verwendet)


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13.3.06

Ente - keine Vogelgrippe in Nutztierbestand

Die Untersuchungen des Friedrich-Loeffler-Institutes konnten den Verdacht auf eine Vogelgrippeinfektion nicht bestätigen [1]. Vorsorglich waren in der vergangenen Nacht alle etwa 400 Enten und Masthähnchen des Betriebs getötet worden.


[1] Keine Geflügelpest bei Entenbestand in Bayern - Mitteilung des Friedrich-Loeffler-Instituts vom 13.03.06


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Vogelgrippeverdacht in Entenmastbetrieb

In einem Entenmastbetrieb im bayrischen Landkreis Lichtenfels [1] könnte erstmals eine H5N1-Infektion in einem deutschen Geflügelbetrieb aufgetreten sein [2], [3]. Die endgültige Bestätigung durch das Friedrich-Loeffler-Institut [4] steht noch aus. Nicht klar ist bis jetzt, wie sich die Tiere angesteckt haben, die aus einem Zuchtbetrieb in Vechta stammen [8].

Der Bestand von 400 Enten und Hühnern wurde bereits in der vergangenen Nacht getötet. Ob weitere Tiere von einer Keulung betroffen sein könnten, ist noch nicht bekannt. Der Herkunftsbetrieb wurde bereits "gesperrt".

Das Übergreifen der aviären Influenza auf Nutzgeflügelbetriebe ist gefürchtet, da sich Menschen bei intensivem Kontakt mit erkranktem Geflügel ebenfalls anstecken können. Geflügelhalter und nachgelagerte Wirtschaftszweige rechnen mit gravierenden wirtschaftlichen Nachteilen [9].

In Deutschland werden Peking-[5] und Moschusenten [6] überwiegend in Intensivhaltung in etwa 50 Tagen bis zum Erreichen des Schlachtgewichtes gemästet. Tierschützer kritisieren die problematischen Haltungsbedingungen, besonders das Fehlen einer Haltungsverordnung [7]. Weiteres Material zur Entenmast finden Sie im Bereich "weiterführende Links".




[1] Landkreis Lichtenfels - Wikipedia-Artikel
[2] H5N1-Verdachtsfälle in deutschem Nutztierbetrieb - Süddeutsche.de vom 13.03.06
[3] Vogelgrippe-Informationen des Bayerischen Rundfunks mit zahlreichen weiterführenden Links
[4] Friedrich-Loeffler-Institut
[5] Pekingente - Wikipedia-Artikel
[6] Moschusente - Wikipedia-Artikel
[7] Gitter statt Wasser - Tierschutzprobleme bei der intensiven Haltung von Moschusenten von M. Bullheller, Dipl.-Biologin (Provieh - Verein gegen tierquälerische Massentierhaltung e. V.)
[8] Zuchtenten mit Verdacht auf Vogelgrippe kamen aus Niedersachsen - Reuters.com
[9] Wer zahlt für die Folgen der Vogelgrippe? - SWR.de - Nachrichten vom 21.02.06.


Weiterführende Links:

Gequält und gemästet - Enten in Deutschland

Gequält und gemästet - Enten in Deutschland - Archiv zur "Panorama"-Sendung am 8.12.05 (mit Kurzvideo, ca. 5 min)
Beiträge (Transskript) - Mitschrift der Wortbeiträge (PDF-Dokument)

Weiteres Bildmaterial:
Entenmast - Fotostrecke von animal peace


Niedersächsisches Ministerium für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Vereinbarung zur Moschusentenhaltung herausgegeben vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
Haltung von Pekingenten
Haltung von Moschusenten

"Geflügel online"
Hinweise für Entenhalter



Foto: Jungenten - Lizenz: GFDL

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10.3.06

Standpunkte zur Eradikationspolitik bei Tierseuchen

Moralphilosophisch nähert sich der Potsdamer Ethikprofessor Ralf Stöcker in "Beruhigungstablette Massenkeulung" [1] der prophylaktischer Vernichtung gesunder Tiere. Das größte moralische Dilemma sieht er in der fehlenden Berücksichtigung des moralischen Aspekts dieser Massentötungen. Ohne explizit seinen Standpunkt in der Diskussion zum Mensch-Tier-Verhältnis zu erklären, mahnt er die noch ausstehende moralische Klärung der Tiernutzung an.

Für grundsätzlich fragwürdig hält der nicht genannte Autor von "Philosophie der Tierseuchenbekämpfung in der EU - Mechanistisch oder biologisch?" das Ziel der "Erregerfreiheit" [2], das Massentötungen begründet. Er zeigt die ökonomischen und ökologischen Kosten der jetzigen Eradikationsstrategie auf und fordert eine neue Zielbestimmung der Seuchenpolitik. Maßnahmen im Vorfeld, wie Schutzimpfungen und eine günstigere räumliche Verteilung der Veredlungsbetriebe ermöglichten eine flexiblere Reaktion im Krisenfall.

Stephan Wichert-von Holten beschreibt die möglichen seelsorgerischen Hilfen für die Menschen, die von Keulungsaktionen betroffen werden [3]. Massenhafte Tiertötungen beschreibt der evangelische Pfarrer als traumatisierende Ereignisse, die mit Todesfällen in der Familie zu vergleichen seien. Mit kritischem Blick auf die Verhältnisse sucht der Theologe nach pastoralen Hilfen für Menschen, ohne sich damit zum Agenten bestehender Verhältnisse zu machen. Seelsorge begreift er als - auch - politisches Handeln.

Die Tierärztin und Bioethikerin Karin Blumer hält dagegen die Tötung von Tieren aus wirtschaftlichen Gründen für ethisch vertretbar. Ungünstige ökonomische Folgen aus der Schonung tierlichen Lebens wiegen für sie schwerer als dessen Beendigung [4]. Die moralische Rechtfertigung sieht sie in der "Verantwortung für den Nächsten" und der gesellschaftlichen Akzeptanz der Tiernutzung.


[1] Beruhigungstablette Massenkeulung? - Deutsche Welle, 10.03.06
[2] Philosophie der Tierseuchenbekämpfung in der EU - Mechanistisch oder biologisch? - abgedruckt in "amtstieraerzte.de" im September 2005
[3] Was kann ich machen? Seelsorger- und Seelsorgerinnen im Tierseuchenfall
[4] Albert Schweitzer und die Keulung - Die Welt vom 17.03.01


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Fernsehtip für Montag (13.3.06)

Was? "Unter den Linden "Tierschutz oder Seuchenschutz- Was tun gegen die Vogelgrippe?" [1]

Wann? 13.03.06, 21.00 Uhr

Wo? Phoenix


Inhalt:

Diskussion mit Horst Seehofer und Wolfgang Apel über Ursachen und gesellschaftliche Auswirkungen der Vogelgrippe.

[1] Unter den Linden - Webseite der Sendung mit weiteren Informationen und Sendeterminen


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Vogelgrippe in Kommentar und Politik

In seinem Kommentar "Lasset uns gemeinsam bangen" nimmt Otto Ranftl vom Wiener Standard unseren typisch menschlichen Umgang mit dem Phänomen "Vogelgrippe" aufs Korn. Wir informieren uns, aber selektiv. Wir sind interessiert, aber eigentlich nur an ganz banalen Dingen, nämlich wie es morgen weitergeht...[1].

Die Frage "Wie konnten die Grazer Katzen überleben?" ist im Licht dieses Artikels dann auch nur noch für Katzenfreunde und Tierschützer interessant. [2].


Heute hat eine zweitägige Konferenz der deutschen Landwirtschaftsminister begonnen. Wichtigstes Thema ist die Vogelgrippe und eine Verständigung über die Verteilung der Kompetenzen von Bund, Ländern und Gemeinden. Bundeslandwirtschaftsminister Seehofer verlangt in "Fällen mit globalen Auswirkungen" die Federführung für die Strategie und die Koordination der Maßnahmen. Entscheidungen werden erst morgen fallen. [3]

Die Ursachenforschung bei der Vogelgrippe dürfe nicht vernachlässigt werden, fordert der Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU). Viele Bürger neigten dazu, vor allem in Wildvögeln die Verursacher der Vogelgrippe zu sehen, obwohl es nur eine verschwindende Zahl erkrankter Tiere gebe. Chinesische Geflügelhaltungen würden jedoch kontaminierte Abfälle als Dünger für Feld- und Fischwirtschaft entsorgen. Ein Verhalten, das "massive Risiken" berge. [4], [5]

[1] Lasset uns gemeinsam bangen - Standard, Printausgabe vom 9.3.06
[2] Experten-Streit um H5N1-infizierte Katzen: Waren Tests fehlerhaft? - Oberösterreichische Nachrichten vom 9.3.06
[3] Agrarminister diskutieren über Vogelgrippe - Südwestrundfunk, Nachrichten Rheinland-Pfalz vom 9.3.06
[4]NABU: Ursachenforschung zur Vogelgrippe darf nicht in Sackgasse geraten - Pressemitteilung vom 9.3.06
[5]Die Seuche aus der Hühnerfabrik - Financial Times Deutschland vom 3.3.06


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9.3.06

Steinmarder auf Rügen mit H5N1 infiziert

Bereits vor einer Woche wurde ein vogelgrippeinfizierter Steinmarder [1] auf Rügen gefunden. Das Friedrich-Loeffler-Institut bestimmt derzeit den genauen Virustyp und versucht herauszufinden, ob der kleine Beutegreifer erkrankte Wildvögel gefressen hat [2]. Zusätzlich wird untersucht, ob eine neue Mutation des Virus entstanden ist, die Säugetiere leichter befallen kann [3]. Der Fund an der Einschätzung der Situation nichts geändert.

Steinmarder sind nachtaktive Kulturfolger ("Automarder") und holen ihre Beute auch aus Hühnerställen. Die Infektion des Steinmarders ist die erste, die weltweit bekannt wurde.

Foto-Link: Steinmarder (Verkehrsopfer)

[1] Steinmarder - Wikipedia-Artikel
[2] H5N1 bei Steinmarder auf Rügen - Pressemitteilung des Friedrich-Loeffler-Institutes vom 9.3.06
[3] Steinmarder auf Rügen mit Vogelgrippe infiziert - Tagesschau vom 9.3.06


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8.3.06

Meldungen, die sonst nicht paßten

1. Katzen unterliegen nicht dem Seuchenrecht und dürfen im Falle einer Infektion mit Vogelgrippe behandelt werden [1].

2. Albanien ist ebenfalls von der Vogelgrippe betroffen [2].

3. Fische scheinen kein Infektionsrisiko für Menschen darzustellen [3].

4. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat Hygienetips für den Fall einer Infektion von Nutzgeflügel herausgegeben [4].

[1] Gefahr Vogelgrippe - der richtige Umgang mit unseren Tieren Chat des Bayerischen Rundfunks am 6.3.06 mit Ursula Birr und Dr. Wolfgang Matzner
[2] Erstmals Huhn in Albanien infiziert - Standard vom 8.3.06
[3] Vogelgrippe - Wikipedia-Artikel
[4] Wie der Verbraucher gesund bleibt, wenn das Huhn krank ist - Hygiene-Tips des Bundesinstituts für Risikobewertung


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Unsicherheiten in der Vogelgrippe-Diskussion

Die gegenwärtige Diskussion um die Vogelgrippe wird von beträchtlicher Unsicherheit bestimmt. Fachleute kommen zu sich widersprechenden Ergebnissen [1], Politiker können sich mit Experten nicht auf eine gemeinsame Sicht einigen [2].

Auch die Äußerung des Bundeslandwirtschaftsministers Horst Seehofer [3], "damit ist die Vogelgrippe deutlich näher an den Menschen gerückt" [4] als Kommentar zu erneuten Funden infizierter Katzen und anschließende höfliche [5] bzw. deutliche Widersprüche [6], [7] machen klar, wie wenig Genaues wir wissen und wie leicht Fehlschlüsse möglich sind. "Wir müssen akzeptieren, dass auch die Wissenschaft nicht allwissend ist", sagte Dietmar Bayer, Präsident der steirischen Ärztekammer im Zusammenhang mit der Vogelgrippe und warnte vor "polemischer Brandstiftung" [8].



[1] Virologe spricht von Hysterie, WHO-Experte warnt - Standard vom 7.3.06
[2] Experten und Politiker nicht einig - Standard vom 8.3.06
[3] H. Seehofer - Wikipedia-Artikel
[4] Deutscher Landwirtschaftsminister: Katzen "potenzielle Gefahr" für Menschen - Standard vom 8.3.06
[5] Zu früh, um Katzen zu verstoßen - Spiegel online vom 8.3.06 mit höflichem Dementi der FLI-Laborleiterin Elke Reinking
[6] Die Angst vor der Katze - Süddeutsche vom 8.3.06
[7] Risiko für Menschen nicht erhöht - Focus.msn vom 8.3.06
[8] Ärzte-Sprecher warnt vor "polemischer Brandstiftung" - Standard vom 8.3.06


Bild: Rügen (demis.nl) - Lizenz: gemeinfrei (public domain)

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Respektkampagne soll für Katzen werben

Der Deutsche Tierschutzbund e. V. stellte heute das Plakat zur Kampagne "Respekt" vor.

"Respekt" soll für Katzen als Lebensgefährten des Menschen werben. Der Verband weist auf die angespannte Lage einiger Tierheime hin, seitdem H5N1-infizierten Katzen gefunden worden sind. Gleichzeitig fordert er eine verstärkte Unterstützung des ehrenamtlichen Tierschutzes ein [1].


[1] Meldung auf der Homepage des DTB



Bild: Plakat der Respektkampagne - Quelle: obs/Deutscher Tierschutzbund

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Neues aus Rügen

Zum Wochenbeginn sind auf Rügen in der Nähe der Wittower Fähre zwei wildlebende Katzen entdeckt worden, die wahrscheinlich das H5N1-Virus in sich trugen. Es soll geklärt werden, ob die toten Tiere infizierte Wildvögel gefressen haben. Durch den Fund hat sich das Infektionsrisiko für Menschen nicht verändert, sagte eine Sprecherin des Friedrich-Loeffler-Institutes.

Bundeslandwirtschaftsminister Seehofer kündigte an, die Schutzmaßnahmen nach der Bestätigung der Infektion bei den beiden Katzen nicht verstärken zu wollen.

In Mecklenburg-Vorpommern wird sich heute der Landtag in einer aktuellen Stunde mit der neuen Situation befassen. Landwirtschaftsminister Backhaus erwarte, dass auf Rügen alle frei herumlaufenden Tiere, die gefährdet sind, eingefangen werden. "Die Insel Rügen hat eine hohe Verantwortung für Deutschland, Europa und die Welt", so der Landwirtschaftsminister [1].

[1] NDR-Meldungen - Vogelgrippe in Norddeutschland


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Neues aus Nickelsdorf (Österreich)

Die Untersuchungen der Katzen in der Quarantänestation in Nickelsdorf/Burgenland könnten in zwei bis drei Wochen abgeschlossen sein, sagte ein Sprecher des österreichischen Landwirtschaftsministeriums. Alle 170 Tiere, die wegen des Verdachts auf eine Infektion mit dem Vogelgrippevirus aus dem Grazer Tierheim dorthin gebracht worden waren, werden im Abstand von einer Woche zweimal getestet [1].

Die Tiere werden ins Tierheim "Arche Noah" nach Graz zurückkehren, wenn keine Infektion festgestellt wird.

[1] ORF-Meldung vom 8.3.06


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