21.2.06

Biosicherheit - alter Wein in neuen Schläuchen

Biosicherheit ist das Mittel der Wahl im Kampf gegen die Vogelgrippe. In offiziellen EU-Dokumenten wird der Begriff ausdauernd verwendet, in der Praxis ist er Landwirtschaftsfachleuten nicht geläufig. Was also bedeutet Biosicherheit im Kontext der Vogelgrippe?

Das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) erklärt* allgemeinverständlich, daß Biosicherheit durch alle Maßnahmen, die der Geflügelhalter trifft, um die Vogelgrippe von seinen Tieren fernzuhalten, hergestellt wird.

Es geht um Hygienemaßnahmen. Zäune und Zutrittsbeschränkungen, Desinfektion und möglichst wenig Kontakt zwischen dem eigenen Bestand und fremden Vögeln, um das Einschleppen des Erregers zu verhindern, werden von den Tierärzten im Staatsdienst empfohlen.

Freilandhaltung wird zum Biosicherheitsrisiko, weil sich die Lebensbedingungen der Tiere nicht strikt kontrollieren lassen. So sieht es zumindest das EU-Gremium für Tiergesundheit und Tierschutz (AHAW) und empfiehlt* eine verstärkte Beobachtung und Zusammenarbeit mit den Landwirtschaftsbehörden für Betriebe mit freilaufenden Tieren.

Fraglich sind die Konsequenzen. Liest man das Sachverständigengutachten, so könnte man daraus Empfehlungen für eine immerwährende Stallpflicht im Interesse der Tiergesundheit ableiten. Wie wird entschieden werden, wenn es zur Abwägung zwischen Biosicherheit und den Ansprüchen der Tierhalter auf Freilandhaltung ihrer Geflügelbestände kommt? Gerade intensive Stallhaltung steht wegen ihrer negativen Auswirkungen auf die Tiergesundheit in der Kritik und gilt manchen gar als Ursache für die heutigen Probleme.

Eine Grundsatzdiskussion über die faire Berücksichtigung der Interessen aller Beteiligten - Verbraucher, Produzenten und Tierschützer im Namen der Tiere - ist die große Chance der gegenwärtigen Situation. Fraglich bleibt, ob sie erkannt und genutzt wird.


*Links in englischer Sprache


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