17.2.06

Kein Katzenpelz in Österreich?

Nach der gestrigen Sitzung des österreichischen Ministerrats kann Landwirtschaftsministerin Rauch-Kallat ein Gesetz erlassen, das den Import von Hunde- und Katzenfell verbietet. Österreich wäre das sechste EU-Land, das die Einfuhr von Haustierpelz verbietet. In Frankreich, Belgien, Dänemark, Italien und Griechenland bestehen bereits Importverbote.

Weltweit wurden im Jahre 2004 11,7 Milliarden US-Dollar mit geringwertigen Pelzen umgesetzt. Tendenz steigend. Ein großer Teil davon kommt aus China. Doch auch einige osteuropäische Länder verdienen mit. Amerikanische Tierschützer filmten undercover in einer tschechischen Pelzfabrik*, deutsche Tierschützer deckten "Budka"-Methoden in Bulgarien auf. Wildlebende Haustiere sind in Teilen Osteuropas ein billiger Rohstoff für einen nimmersatten Markt.

Betsy Dribben*, Europaspezialistin bei der "Humane Society of the United States" (HSUS), preist die amerikanischen Lösung. Hunde- und Katzenfell sind dort seit 2002 für den Kommerz tabu. Wer es nicht so genau nimmt, muß im Zweifelsfall seine Unschuld beweisen. Darin sieht sie einen großen Vorteil gegenüber der in Europa diskutierten Kennzeichnungspflicht. Die Beweislast läge noch immer beim Staat. Angesichts des schwierigen Nachweises durch DNA-Tests vielleicht ein Standortvorteil für Hundekürschner, aber nicht für den Tierschutz.

Eine EU-weite Lösung des Problems liegt scheint's in weiter Ferne. Kommissar Kyprianou kündigte im vorigen Jahr an, "dass die Kommission die Möglichkeit eines EU-weiten Verbots und erforderlichenfalls eines Vorschlags für ein Kennzeichnungssystem für Felle prüft."

* Links/Videos in englischer Sprache


Foto: Streunende Katze in Chojnow - Lizenz: GFDL


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