11.2.06

Lieber tot als im China-Pelz

Unter diesem Motto demonstrieren am Montag Tierschützer in Wien vor der chinesischen Botschaft. Anlaß ist der internationale Protesttag gegen Pelz aus China, an dem engagierte Bürger weltweit auf die grausame Pelzproduktion aufmerksam machen wollen.

China ist der weltgrößte Produzent und Verarbeiter von Pelz. Jährlich werden dort etwa zwei Millionen Katzen- und Hundefelle gewonnen, die zu Rheumadecken, Pelzbesatz an Kleidung und Schuhen oder zu Dekorationen verarbeitet werden. In Pelztierfarmen werden auch Marderhunde, Füchse und Nerze gehalten.

Tierschutzgesetze fehlen völlig. So berichten "People for the Ethical Treatment of Animals"(PETA) von tagelangen Transporten ohne Futter und Wasser zum Schlachtort und einer unvorstellbar grausamen Behandlung der Tiere nach ihrer Ankunft. Vertreter der chinesischen Pelz- und Lederindustrie sprachen von unzulässiger Verallgemeinerung einzelner Fälle. "Europäer und Amerikaner sollten ihre Schuld anerkennen", meinte ein Sprecher der Londoner chinesischen Botschaft, da die Pelze dort verkauft werden. (Link in engl. Sprache)

Der europäische Markt ist Hauptabnehmer für Katzen- und Hundepelz, nachdem die USA ein Importverbot erlassen haben. Europaparlamentsmitglied Struan Stevenson kämpft seit Jahren für ein ähnliches Verbot in der EU. Europaweit ist die Einfuhr nicht verboten, in einzelnen Ländern wie Frankreich bestehen nationale Regelungen. Es gibt ökonomische Gründe, alles beim Alten zu lassen. Stevenson: "Fellbesatz aus Hunde- oder Katzenpelz ist billiger als Kunstpelz".

So macht die Pelzindustrie mit Fantasiebezeichnungen und aufwendiger Verarbeitung Miezes Fell und Bellos Haut den Verbrauchern schmackhaft. Das klappt umso besser, als es keine Auszeichnungspflicht für Pelzprodukte gibt: "100% Echtpelz" oder "Gaewolf" wirken vergleichsweise unverfänglich. Sogar die Bezeichnung "Kunstpelz" ist möglich - die Wahrheit läßt sich nur durch aufwendigen Untersuchungen herausfinden.

In Berlin und in Wien finden am Montag Demonstrationen statt.

Weiterführende Links:
Kampagnenwebseite zum Internationalen Protesttag
Bericht des Schweizer Tierschutz STS über Pelzfarmen in China
Wiki-Eintrag zum Internationalen Protesttag mit ausführlicher Linkliste
Bildmaterial (OIPA)

Foto mit freundlicher Genehmigung von Dirk Gießelmann


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