6.3.06

Vogelgrippe, Katzen und Angst

Das Phänomen "Vogelgrippe" führt zu extremen Reaktionen. Gestern forderte Wilhelm Hoffrogge, ein niedersächsischer "Geflügelunternehmer" und gleichzeitig Verbandschef der niedersächsischen Geflügelindustrie, den Abschuß streunender Hauskatzen [1], [6].

Ein Sprecher des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums erklärte dazu, daß weder eine Aufhebung der Schutzzonen für Katzen um Wohngebäude (300 m in Niedersachsen) noch eine landesweite Ausdehnung der Vorsorgemaßnahmen [2] geplant seien.

In der Steiermark wurde das H5N1-Virus in mehreren lebenden Katzen nachgewiesen [3]. Im Tierheim der Hauptstadt Graz trat der erste Vogelgrippe-Fall bei Nutzgeflügel auf, das sich an einem erkrankten Schwan angesteckt hatte. Dort wurden auch die Katzen infiziert, die sich z. Zt. in Quarantäne befinden und nicht getötet werden sollen.

Morgen will die ARD eine Folge der Reihe "In aller Freundschaft" ausstrahlen, die einen Jungen, der sich bei seinem Papagei mit Vogelgrippe angesteckt hat, zeigt. Dieses Szenario wird von Tierschützern und dem Tierärzteverband scharf verurteilt, weil sie befürchten, daß verängstigte Besitzer sich ihrer Haustiere aus Angst entledigen könnten [4], [5].


[1] Jäger fordern Abschuß streunender Katzen zum Schutz vor Vogelgrippe Welt.de vom 6.3.06
[2] Erster Verdacht auf Vogelgrippe bei Wildvögeln in Niedersachsen Niedersächsisches Ministerium für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
[3] Mehrere Katzen in Österreich mit H5N1 infiziert Tagesschau.de vom 6.3.06
[4] ARD verstärkt bewusst Angst vor Vogelgrippe und Haustieren Vetion.de vom 6.3.06
[5] Vorbereiteter Protestbrief mit ARD-Kontaktdaten
[6] Hysterie in Chicken Country
Die Zeit vom 23.2.06


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